Pflanzenwelt auf den Inseln

Inselflora

Zu etwas Spezifischem und Kostbarem werden die Brijuni, in den landschaftlichen Relationen unserer Klimazone, gerade durch ihre Vegetationskomponente. Auf Veliki Brijun wurde in einer beneidenswerten Harmonie ein ganzheitliches Landschaftsbild von Natur gegebenen und vom Menschen gestalteten Elementen geschaffen. Diese außergewöhnliche, an der kroatischen Adriaküste einzigartige Landschaft entstand, indem ehemalige landwirtschaftliche Flächen eingenommen und ein Teil der Waldflächen abgerodet und in Landschaftsparks mit weitläufigen offenen Rasenflächen verwandelt wurden.
Rasenflächen, Parks, Macchia, Wälder

Florenelemente auf der Inselgruppe Brijuni

Ein Großteil der Florenelemente auf der Inselgruppe Brijuni hat wahre mediterrane Merkmale

  • Die wichtigsten Pflanzenkategorien von Veliki Brijun
  • Macchia 261 ha
  • Rasenflächen 124 ha
  • Parks 118 ha
  • Steineichenwälder (Quercus ilex) 68 ha
  • Steineichen- und Lorbeerwälder 48 ha
  • Kulturen von Nadelhölzern 18 ha

Beeindruckend sind zudem die auf der Insel vorgefundenen Pflanzenarten, die zur Gruppe der besonders gefährdeten Arten in Istrien gehören (Gelber Hornmohn, Eselsgurke, einige Grassorten etc.), die auf dieser Insel jedoch deutlich vertreten sind und sich normal entwickeln.

Autochthone mediterrane Florenelemente

Mediterrane Pflanzen

Neben der Steineiche gibt es weitere wichtige autochthone mediterrane Florenelemente, wie die Großblättrigen Steinlinden, Erdbeerbäume, Myrten, Terebinthen und Mastixbäume, Baumheide und die Schwarzesche.p>

Die rankende Stechwinde, der Mäusedorn, das Asparagus, die Gemeine Schmerwurz und die mediterrane Wildrose machen den Wald nahezu unwegsam.
 

Erdbeerbaum - Arbutus unedo

Familie der ERICEACEA. Ein Mittelmeergewächs, das sich durch einen schönen immergrünen Strauch oder kleinen Baum darstellt. Er wächst als Zierpflanze der Macchia an vielen Stellen an der Adriaküste. Die grünlich-weißen Blüten entwickeln sich zu einer reichen und schönen Blütenpracht von Oktober bis November. Die orange-roten runden Früchte, die Erdbeeren ähneln, sind an der Oberfläche uneben und dicht mit sogen. Die Früchte sind nicht besonders schmackhaft, und werden in unseren Küstengebieten nicht besonders geschätzt. Der Konsum einer größeren Menge Früchte ruft Verdauungsprobleme hervor und kommt fast einer Trunkenheit gleich. Bereits die alten Römer kannten die Wirkung dieser Früchte beim Genuss in größeren Mengen. Der Name „unedo“, ein alter römischer Begriff für diese Beere, bedeutet übersetzt nach Plinius „unum tantum edo“ (ich esse nur eine).

Auf den Brijuni wird ein Teil der Früchte zu Schnaps verarbeitet.
 

Myrte - Myrtus comunis

Familie der MYRTACEAE. Die Myrte stammt ursprünglich aus dem Osten, und wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit in die Mittelmeerländer gebracht. Bei den antiken Völkern war dieses schöne aromatische Gewächs, wie auch der Lorbeer, heilig und besonders geschätzt. Sie wurde auch häufig kultiviert. Als Wildwuchs wächst sie nur in sonnigen und warmen Küstenregionen, weil sie kälteempfindlich ist. Die Pflanze blüht im Juli und August mit fünf weißen und zarten, angenehm riechenden Blütenblättern und viel Blütenstaub. Ihre Beerenfrüchte reifen im November. Beeren der Myrte haben einen angenehmen, süßlichen, aromatischen und etwas harzigen Geschmack. Die alten Athener aßen sie frisch, und im alten Rom wurden sie als Gewürz und verdauungsförderndes Getränk verwendet.

Allochthone Arten

Eingebrachte Arten

Neben den einheimischen (autochthonen) Arten, wird der Pflanzenbestand dieser Parklandschaften und Alleen noch durch zahlreiche eingebrachte (allochthone) Arten ergänzt

  • Pinie (Pinus pinea)
  • Aleppo Kiefer (Pinus halepensis)
  • Türkische Kiefer (Pinus brutia)
  • Schwarzkiefer (Pinus nigra)
  • Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens)
  • atlantische Zeder (Cedrus atlantica)
  • Himalaya Zeder (Cedrus deodara)
  • libanesische Zeder (Cedrus libani)
  • griechische Tanne (Abies cephalonica)
  • spanische Tanne (Abies pinsapo)
  • Mammutbaum (Sequoia sempervirens)
  • Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum)
  • Eukalyptus (Eucaliptus sp.)

Die exotischen Pflanzen sind hauptsächlich um die Villen und Hotels gruppiert und angepflanzt worden – verschiedene Palmen- und Kakteenarten.
 

Die Hauptgemeinschaft des Steineichen- und Schwarzeschenwälder

Wälder

Waldesgemeinschaften

Die Hauptwaldesgemeinschaft der Brijuni ist die Gemeinschaft der Steineiche und Schwarzesche (Fraxino orni – Quercetum ilicis). Da das Gebiet der natürlichen Verbreitung mit den Gebieten, die noch in der Antike meist besiedelt waren, übereinstimmt, ist heute der Bestand ziemlich klein in Hinsicht auf die ehemaligen Gebiete, die heutzutage strukturiert sind und wie große Wälder aussehen (Wälder aus Samen). Die Hauptimmergrünarten dieser Gemeinschaft sind: Steineiche (Quercus ilex), Lorbeerblättriger Schneeball (Viburnum tinus), Westlicher Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Breitblättrige Steinlinde (Phillyrea media und P. latifolia), Myrte (Myrtus communis), Echter Lorbeer (Laurus nobilis), Baumheide (Erica arborea), Färberröten (Rubia peregrina), Windendes Geißblatt (Lonicera implexa und L. etrusca), während von den Laubbaumarten die Schwarzesche (Fraxinus ornus), die Flaumeiche (Quercus pubescens), die Orientalische Hainbuche (Carpinus orientalis), der Strauchige Hauhechel (Coronilla emeroides), die Mittelmeer-Brombeere (Rubus ulmifolius), der Echte Christusdor (Paliurus spina-christi) auftreten.

Die Mehrheit des Bestandes dieser Gemeinschaft befinden sich in verschiedenen Degradationsstadien. Die Degradation dieser Gemeinschaft erfolgt in einer Reihenfolge: Steineichen- und Schwarzeschenwald (Samenwald, Stumpfwald) – Macchia – Garigue – Steinland.

Macchia

Die Macchia ist ein Degradationsstaidum der Gemeinschaft der Steineiche und Schwarzesche in der keine Schichtung ausgeprägt ist. Die Macchia ist einige Meter hoch, in ihr dominieren strauchartige Formen der Steineiche, des Erdbeerbaumes, des Lorbeerblättrigen Schneeballa und andere Arten. Ihre Komposition unterscheidet sich nicht von dem hohen Steineichenwald, aber ihre Struktur und ihr Aussehen sich verschieden. Wenn wir über Brijuni sprechen, ist die Macchia auf allen Inseln anzutreffen. Auf den kleineren Inseln tritt sie komplett mit den bereits erwähnten Waldarten auf. Wegen des auf Veliki Brijun lebenden Wilds ist die Macchia hier teilweise verändert. Die schönste Macchia ist bis zu 8 Meter hoch, dicht und undurchdringlich, und auf der Halbinsel Peneda (Veliki Brijun) und den Inseln Vanga, Madona und Mali Brijun unverändert anzutreffen. Diese Macchia zählt zu den repräsentativsten Macchia-Flächen des Mittelmeers.

Garigue

Die Garigue entsteht durch das Weiden, die Holzfällung oder durch einen anderen negativen Einfluss auf die Macchia. Die Garigues sind nicht dicht überwuchert wie Macchias, sie sind sporadisch, weswegen sie oft auch ohne Boden sind. Eine Garigue machen meistens beständige Arten, wie Zistrosen (Cistus sp.), die Baumheide, der Pfriemenginster (Spartium junceum) aus.

Entstanden während der Gestaltung von Brijuni in ein modernes Touristengebiet

Landschaftsparks

Ein Großteil der offenen Rasenlandschaft entstand auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen, die in der Vergangenheit lange existierten und dann, wegen der immer stärker abnehmenden Bevölkerung (Krankheit, Auswanderung…) aufgegeben wurden. 

Während der Arbeiten zur Neugestaltung der Brijuni in ein modernes Touristengebiet (ab dem Jahr 1894), wurde ein Teil der autochthonen Macchia und des Buschwalds reduziert, doch blieben die größten und schönsten Bäume und Steineichengruppen davon unberührt. 

Erstklassige Solitäre

Einige dieser Bäume sind heute erstklassige Solitäre (mit Baumkronen von bis zu 20 m), die einzelne Lichtungen und Aussichtspunkte kennzeichnen und ihnen ihre Identität geben. Das Wild sorgt für das ordentliche Aussehen dieser Bäume, die die Form eines „Regenschirms“ erhalten (bis zu einer Höhe von 2 m gibt es keine Zweige, weil das Wild die Blätter und jungen Triebe ablaubt), besser als es ein Gärtner jemals tun könnte.

Verlieben Sie sich in den Einklang der natürlichen und anthropogenen Elemente, die die Inselgruppe Brijuni einzigartig macht.
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